Die UWG Worpswede sieht den Bau eines Lärmschutzwalles am Schießstand in Worpswede/Waakhausen sehr kritisch und ist besorgt über die mögliche Ausweitung des Schießbetriebes.

Im Vorfeld der Veröffentlichung des in der letzten Woche versandten Flyers hat sich die UWG sowohl auf der Bürgerversammlung wie auch bei den Gegnern des Lärmschutzwalles informiert und steht somit im Dialog mit den verschioedenen Interessenten.

Der geplante Wall mit einer Höhe von 22m wird weithin sichtbar sein und das Landschaftsbild komplett verändern. Um diese Höhe und den notwendigen Schallschutz zu erreichen, ist eine Breite von ca. 130m und eine Länge von etwa 350m geplant. Dieser Wall wird aus vielen Richtungen weithin sichtbar sein und sowohl für uns Worspweder aber auch für unsere Gäste einen neuen, eher unnatürlichen und negativen Blick in die Landschaft erzeugen. Dies ist für uns in direkter Nachbarschaft zum „GR-Gebiet Hammeniederung“ nicht vorstellbar.

Der Lärmschutzwall soll im Wesentlichen aus kontaminiertem Material erstellt werden, es wird also faktisch „belastetes Bodenmaterial“ in unsere Naturlandschaft entsorgt. Zur Verhinderung der Versickerung von Schadstoffen in das Grundwasser wird der Wall wasserdicht in Folie eingepackt und es ist ein Mindestabstand von 1m zum Grundwasser an allen Stellen und zu jeder Zeit einzuhalten.

Wir sehen erhebliche Risiken zur Standsicherhait des Walles auf moorigem Untergrund. Für uns ist die Standsicherheit sehr unsicher und für uns kann derzeit z.B. Grundbruch nicht ausgeschlossen werden. (Als Grundbruch wird in der Bodenmechanik ein seitliches Wegbrechen des Bodens durch zu große Krafteinwirkung bezeichnet. Typischerweise kann ein Grundbruch unter einem Fundament eines Bauwerkes aufreten, wobei der Boden entlang einer Gleitfuge verdrängt wird. Quelle Wikipedia) Dies führt evtl. zum Riss der Folie und einem möglichen Kontakt der Schadstoffe mit dem Grundwasser.

Der derzeit erlaubte Einbau des kontaminierten Materials beruht auf heutigen Grenzwerten. Was ist, wenn sich diese Grenzwerte ändern? Vor einigen Jahren haben wir auch noch nicht geahnt welche Auswirkungen Mikroplastik auf unser Leben haben wird.

Wir sehen ebenfalls die 7 – 8jährige Bauzeit mit einer dauerhaften Belästigung der Anwohner durch Baulärm und die Auswirkungen von ca 25000 LKW-Fahrten für die Straße kritisch.

Das derzeitige Lärmgutachten, das auch Grundlage für das angesprochene OVGUrteil ist, scheint noch nicht alle Auswirkungen berücksichtigt zu haben. Die diesjährige weitgehend vorherrschende Ost-Wetterlage hat zwar die Ortschaft Worpswede vor Schießlärm geschont, dafür aber für erhöhten Lärm in Viehland gesorgt. Die vorgesehene Ausrichtung und Lage des Walles wird hieran wahrscheinlich nichts ändern, weitere Untersuchungen hierzu sind aus unserer Sicht erforderlich.

Wir als UWG möchten eine möglichst intakte Umwelt erhalten, sodass auch noch folgende Generationen die Schönheit  und weitgehend unversehrte Landschaft erleben können. Überall auf der Welt formiert sich Widerstand gegen eine Vermüllung durch z.B. Plastik und eine Belastung der Umwelt. Alle diese Dinge stehen im Widerspruch zu dem Bau eines solchen Walls. Die UWG würde sich wünschen, dass auch die Befürworter dieses Projektes einlenken werden, denn Gesundheit und Umweltschutz sollten vor Freizeitvergnügen gehen.

Die bisherige Nutzung durch die Vereinsmitglieder, die Osterholzer und Bremer Jägerschaft stellen wir nicht in Frage. Zur Verbesserung des Lärm- und Schallschutzes fordern wir aber auch die Prüfung von Alternativen zum Bau einesWalles, z.B. mit Schallschutzmatten und dann dichter am Schießstand anzubringenden Fangnetzen, die wahrscheinlich eine eheblich geringere Höhe erfordern und wesentlich kleinere Auswirkungen auf Natur und Umwelt haben.

Unklar ist für uns wie ein mögliches Baugenehmigungsverfahren aussehen würde. Das Bundesverwaltungsgericht hat bereits in mehreren Verfahren dargelegt, dass nicht grundsätzlich von einer Privilegierung solcher Bauwerke ausgegangen werden kann.

Sollte der Bau eines Erdwalles trotz aller derzeitigen Bedenken weiter vorangetrieben werden, erwarten wir ein transparentes, öffentliches Bauleitplanverfahren mit entsprechender Beteiligung der Öffentlichkait.

 

 

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